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Ein Verein für Landsberg und weiterer Umgebung bietet „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei Osteoporose
Im September 2008 wurde der Grundstein für den Osteoporose-Selbsthilfe e.V. (Landsberg und Landsberg Land) in Stoffen mit sieben Mitgliedern gesetzt. Heute sind wir 36 Mitglieder und der Bedarf an unserem Verein wächst. Wie der Name des Vereins es schon verrät, wird sich hier mit der schleichenden und schmerzlos beginnenden später sehr ernsthaft bösartigen Osteoporose (Knochenschwund) auseinandergesetzt. Die Ursachen für Osteoporose sind vielseitig. Es können Frauen (nach der Menopause) und auch Männer (Ü-50) oder Patienten die über mehrere Jahre Medikamente z.B. Cortison-Präparate einnehmen, betroffen sein. Ist die Krankheit erst einmal vom Facharzt festgestellt (z.B. durch Knochendichtemessung durch Screening o.a.), ist dringender Handlungsbedarf von Nöten. Die schwachen und anfälligen Knochen schmerzen. Erhöhte Knochenbruchgefahr, Wirbelkörpereinbrüche, Angst vor Sturz, dadurch erzwungene Bewegungsarmut, dadurch weitere Herabsetzung der mechanischen Belastbarkeit und schließlich fortschreitende Immobilisation, das alles gilt es aufzuhalten. Und die Osteoporose ist aufzuhalten. Dabei sind vier Eckpfeiler von äußerster Wichtigkeit: 1. Bewegung, 2. richtige Ernährung, 3. konsequente Medikamenteneinnahme und nicht zuletzt 4. eine bewusste Einstellung zu dieser Krankheit, das Akzeptieren dieser. Hier will der Selbsthilfeverein Hilfestellung leisten. Er versteht sich als verlängerter Arm der Arztpraxis, da man sich hier untereinander, also in der Gemeinschaft, besser austauschen und die Krankheit besser verstehen kann; also die herabgesetzte Lebensqualität wieder verbessern kann. Anstoß für die Gründung des Selbsthilfe-Vereins war eine Veranstaltung 2008 im Landratsamt Landsberg, wo Prof. Dr. med. Reiner Bartl und Dr. med. Hans-Joachim Baumgartl einen Vortrag über Osteoporose hielt. Der Saal war sehr gut besucht, also lag in der Landsberger Bevölkerung großer Bedarf vor. Ein von dieser Krankheit selbst Betroffener, Rüdiger Schütze, Vereinsvorsitzender des Osteoporose-Selbsthilfe e.V., war Gast dieser Veranstaltung. Aus Mangel einer Selbsthilfegruppe in und um Landsberg gründete er einen Osteoporose-Selbsthilfe-Verein unter der Schirmherrschaft von Dr. Hans-Joachim Baumgartl (u.a. Osteologe in Landsberg). Der Verein hat sich die Erreichbarkeit aller Betroffenen zum Ziel gesetzt hat. Das Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“; hört sich vielleicht langweilig an, ist es aber keineswegs. Er informiert und berät Betroffene und Interessierte und fördert somit Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Hier setzen sich Selbstbetroffene zusammen und treffen sich seitdem jeden zweiten Donnerstag im Monat zum Info-Abend. Es wird der Umgang mit dieser Knochen-Stoffwechselkrankheit diskutiert und Erfahrung ausgetauscht. Auch werden hier nicht nur schlaue Ratschläge verteilt. Es wird individuell und gefühlvoll auf jeden Einzelnen sein Anliegen eingegangen. Dass es hier nicht immer krankhaft-ernst zugeht, aber ernst genug um jeden einzelnen zu helfen, versteht sich von selbst. Die vereinseigene Osteoporose-Sportgruppe unter der Leitung von Übungsleiterin Petra Schneider trifft sich jede Woche Mittwoch und Freitag zum lockeren Training (wird von den Kassen bezahlt, da unsere Reha-Sportgruppe anerkannt ist). Patienten mit einem Rezept für Reha-Sport, welches vom behandelnden Arzt in der Regel für 50 Einheiten ausgestellt wird, brauchen also nichts dazu zahlen, auch keine Selbstbeteiligung, da der Verein mit den Krankenkassen direkt abrechnet. Der Freitags-Termin findet, Dank der Klinikleitung, im Klinikum Landsberg im Trainingsraum der Physikalischen Abteilung von 16.45 Uhr bis 17.45 Uhr statt. Mittwochs findet unser Osteoporose-Reha-Sport in der AOK-Landsberg (Waitzinger Wiese 1, Gymnastikraum) von 11.00 bis 12.00 Uhr statt. Da Bewegung immer noch die beste Medizin gerade und nicht nur bei Osteoporose ist, wird hier Anleitung zum Nachmachen für zu Hause vermittelt. Auch hier hat der Spaßfaktor bei uns, trotz der Ernsthaftigkeit, einen hohen Stellenwert. Auch das Alter der Mitglieder oder der Schweregrad der Osteoporose spielt überhaupt keine Rolle. Hier ist jeder willkommen, hier wird jedem geholfen – „Hilfe zur Selbsthilfe“. Ganz wichtig: Selbstverständlich sind auch Behinderte, auch mit deren Angehörigen, egal welchen GdB, auch im Rollstuhl, herzlich willkommen. Unser Verein, mit der speziell ausgebildeten Übungsleiterin, ist für alle offen. Auch für andere Aktivitäten, wie kurze Ausflüge, Grillabende, Vorträge von fachspezifischen Referenten u.a. ist in unserem Vereinsleben gesorgt. Versicherungstechnisch sind wir für alle den Verein betreffende Aktivitäten durch eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für jedes Mitglied beim BSV-Bayern abgesichert und hoffen, dass wir diese Versicherung niemals in Anspruch nehmen müssen. Da wir uns fast ausschließlich durch Spendengelder finanzieren, sind wir um die Existenz des Selbsthilfezentrums in München und dessen Runden Tisch sehr froh. Ohne diese sehr wertvolle Institution wäre eine funktionierende Selbsthilfetätigkeit in einem eigenständigen gemeinnützigen Verein und in der Selbsthilfegruppe, gerade in der heutigen schwierigen Zeit, fast unmöglich.
Für weitere Informationen steht Herr Rüdiger Schütze (Tel., AB und Fax: 08196-934996 oder
) oder Petra Schneider (Tel. 08191-64503) gerne zur Verfügung.
Gemeinde Pürgen Weilheimer Str. 2 86932 Pürgen Tel. 08196/9301-0 Fax 08196/1728