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Gemeinde Pürgen

Schwarzwaldtour der Sänger

Auftritt im Villinger Münster "Unserer Lieben Frau"



Drei Tage, vom 08.-10.09.2000, waren die Sänger mit Familienangehörigen und Freunden zum Jahresausflug im Schwarzwald unterwegs. Mittelpunkt und Ausgangspunkt verschiedener Aktivitäten war das schöne badische Städtchen Villingen - Schwenningen.

"Am kühlenden Morgen, wenn alles noch ruht......" starteten wir am Freitag pünktlich um 06:30 Uhr mit dem Bus in Richtung Memmingen. Schon der wolkenlose Himmel versprach, dass wir, nach Auflösung der ersten Herbstnebel, bei echtem Kaiserwetter unsere Fahrt absolvieren werden können. Zu so früher Stunde waren noch nicht alle ganz munter, doch machte sich schon gelöste Stimmung breit, als unser 1. Vorstand, Albert Metzger, die Reisegesellschaft mit herzlichen Worten begrüßte, einige organisatorische Hinweise gab und kurz darüber informierte, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.

Am Ortsrand von Offingen, auf einer kleinen Anhöhe bei Riedlingen, dem Bussen, gelegen, genossen wir bei einem herrlichen Ausblick über die Ausläufer des Schwarzwaldes eine bayerische Handbrotzeit. Vielen hat auch schon die erste Halbe gemundet. Leiblich gestärkt und mit den ersten Eindrücken der wunderbaren hügeligen Landschaft der schwäbischen Alb fuhren wir in Richtung Sigmaringen, unserem ersten Etappenziel. In diesem freundlichen Städtchen, an der dort noch sehr jungen Donau gelegen, stand die Besichtigung des Schlosses auf dem Plan. In zwei kurzweiligen Stunden wurden wir von einer sympathischen jungen Schwäbin durch das imposante Hohenzollernschloss geführt. Wir erhielten interessante Informationen zur Entstehung des Schlosses und verschiedener baulicher Veränderungen aufgrund von Kriegen, der Entwicklung derer von Hohenzollern durch die Zeit der Geschichte, deren geschickte Familienpolitik, mit einer Neigung des männlichen Geschlechts zu rassigen Südländerinnen, so dass wir dann im portugiesischen Spiegelsaal das "Morgenrot" besingen konnten.
Am Nachmittag fuhren wir auf einer Panoramastraße durch das Donautal in Richtung Tuttlingen, vorbei am Kloster Beuron und hatten kurz vor Mühlheim an der Steige Gelegenheit, von einem Aussichtsfelsen in einer Donauschleife, den Blick zurück bis zum Kloster und flussaufwärts über eine friedliche, romantische Landschaft schweifen zu lassen. "Warum in die Ferne schweifen, ......" kam einem in den Sinn. Ein idealer Platz zum fotografieren und um gemütlich bei Eis, Kaffee und Kuchen in freundschaftlicher Runde zu plaudern und die Spätsommersonne zu genießen. Am späten Nachmittag trafen wir in Villingen ein, bezogen unsere Hotelzimmer und ließen einen ersten ausgefüllten und interessanten Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Am nächsten Morgen, Samstag, wurden wir in zwei Gruppen durch die Altstadt Villingens geführt, dessen Besiedelungsspuren bis in das späte 4. Jahrhundert, in die Zeit der alemannischen Landnahme, reichen. Gespickt mit kleinen Anecktoden und Erzählungen, besonders über den Söldner und Lokalhelden Remigius Mans oder Romäus, wurde uns die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt nähergebracht. Mit sichtlichem Stolz erzählten die beiden Führerinnen von den Stärken und Verdiensten der Villinger Bürgerschaft, nur nebenbei wurde erwähnt, dass es auch Schwenninger gibt. Wir lernten ein lebendiges, freundliches Städtchen kennen; man spürte den Stolz der Bewohner auf die historische Vergangenheit, aber auch deren Wissen, einen gelungenen Kompromiss zwischen Bewahren und moderner Entwicklung gefunden zu haben. Die kreuzförmig angelegte Innenstadt war frei von Durchgangsverkehr aber zu jeder Tageszeit voller Leben. Dass uns zum Ende der Führung Jazzklänge in der Fußgängerzone zum Frühschoppen einluden, war nur das Tüpfelchen auf dem i.
Um die Mittagszeit fuhren wir mit dem Bus nordwestlich in den Schwarzwald, um die Triberger Wasserfälle zu besichtigen. Dieses wunderbare Naturschauspiel ist ein Muss für jeden Besucher. In sieben Kaskaden stürzt das Wasser der Gutach 163 m in die Tiefe und gilt als Deutschlands höchster Wasserfall. Eine gute halbe Stunde dauert der Abstieg zu Fuß, und man kann neben dem Wasserfall unberührte Natur und seltene Vögel beobachten. Die Triberger haben die Wasserkraft schon frühzeitig zur Stromgewinnung genutzt und behaupten, dass sie seit 1884, und damit als erste Deutsche Stadt, über eine elektrische Straßenbeleuchtung verfügen. Nach einem kurzen Spaziergang durch das Kurstädtchen Triberg brachte uns der Bus über die Deutsche Uhrenstraße zum Bauernhofmuseum ins Gutachtal. Originale und originalgetreu nachgebaute Bauernhöfe aus der gesamten Schwarzwaldregion zeugen von den Lebensverhältnissen der "Guten alten Zeit" in diesem Gebiet. Hier einen Nachmittag zu verbringen ist Anstrengung und Erholung gleichermaßen. Besonders beeindruckend war, dass eine Bäuerin, bis zu ihrem Tod 1965, auf einem der Höfe, ohne Kamin, ohne fließendes Wasser und praktisch ohne elektrische Energie, gelebt hat. Neben den Lebensverhältnissen in der Landwirtschaft wird aber auch der Stand des Handwerks gezeigt. Hier haben es uns die Zimmerleute besonders angetan, die versuchen mit historischen Werkzeugen das handwerkliche Geschick ihrer Vorgänger zu dokumentieren. Für den Schwarzwald typische Wasserleitungen, mit dem Handbohrer längs durch Baumstämme getrieben, wurden ebenso nachgebaut, wie mit der Axt handgeschlagene Balken, ähnlich wie wir sie im Dachstuhl unseres alten Pfarrhofes sehen können.
Ein sehr anstrengender Tag wurde nach der Rückkehr nach Villingen, mit einem kurzen Stadtspaziergang und einem gemeinsamen Abendessen im historischen Ratskeller beschlossen. Allerdings nicht ohne dass man sich in kleinen Grüppchen in diversen Weinlokalen noch ein "Viertele" munden ließ oder verschiedene "In" Kneipen besuchte.
Am Sonntag Morgen trafen sich die 22 mitgereisten aktiven Sänger um 08:30 Uhr zum Einsingen im Münster "Unserer Lieben Frau" zu Villingen um die Morgenmesse mit zu gestalten. Der Kantor öffnete uns das Münster und den Zugang zum Chorraum. Er sollte uns beim Gottesdienst an der Orgel begleiten. Unser Chorleiter, Helmut Reitmeir, der auch den Auftritt im Münster kurzfristig organisiert hat, stimmte uns ein. Der Dekan von Villingen Schwenningen und Münsterpfarrer, Hochwürden Kurt Müller, der auch die Messe zelebrierte, stellte uns vor und hieß uns herzlich willkommen. Albert Metzger, unser 1. Vorstand, sollte später bei der Verabschiedung im Bus sagen, dass der Auftritt im Münster für die aktiven Sänger sicherlich der Höhepunkt des Ausfluges war. Damit hatte er recht!

Nach der Messe erlaubten wir uns vor dem Münster noch zwei weitere Lieder vorzutragen. Zur Freude der Zuhörer und auch für uns selbst. "Das ist der Tag des Herrn" und "Wer pflanzte die Blumen ins grüne Feld" ernteten von den Zuhörern, die meist spontan stehen blieben um uns zu lauschen, ehrlichen und herzlichen Beifall. Inzwischen war es schon nach 11:00 Uhr geworden, die Sonne tauchte den schönen Münsterplatz in warmes Licht und die Temperatur war sehr angenehm, so dass wir nach kurzer Diskussion beschlossen, das Programm zu ändern und in Villingen zu bleiben. Im Biergarten des Ratskellers gönnten wir uns unter Kastanien einen gemütlichen Frühschoppen und ein kleines gemeinsames Mittagsmahl.
Gegen 14:00 Uhr verließen wir den Ort, an dem wir uns zwei Tage sehr wohl gefühlt haben in Richtung Heimat. In Bad Waldsee vertraten wir uns noch einmal die Beine bei einem kleinen Spaziergang an der Seepromenade und nahmen je nach Geschmack eine kleine Erfrischung zu uns. Gegen 19:00 Uhr kehrten wir wohlbehalten nach Pürgen zurück.
Auf den letzten Kilometern der Busfahrt zog unser 1. Vorstand über ein gelungenes Wochenende zufrieden Bilanz und sprach allen, die an der Planung und Durchführung der Reise beteiligt waren, Helmut Reitmeir sen. Organisation des Auftritts, Michael Reitmeir Planung und Organisation der Reise, Franz Müller der die Reiskasse führte, besonders aber Richard Aulehla, der uns drei Tage sicher und zuverlässig chauffierte seinen herzlichsten Dank, auch im Namen des Gesangvereins und aller Mitreisenden aus.
 
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